Symbole&Kirchenraum

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Autor: Eckhard Bieger S.J.
© www.kath.de
Umsetzung:
B. Richter nach Vorlage von R. Jouaux


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Klassizismus



Mit dem Rokoko hatte der Barock seien prägende Kraft, ähnlich wie die in ihre Formen verspielte Gotik verloren. Die katholische Kirche war in ihren Abteien, Stiften und Fürstbistümer der größte Landbesitzer in den katholischen Gegenden, aber es fehlte die Kraft, die Institutionen zu erhalten. Der Jenseitsorientierung des Barock stellte sich eine nüchterne Diesseitsorientierung gegenüber, die im 18.Jahrhundert für das Geistesleben bestimmend wurde. Nicht ein Blick in andere Sphären, sondern Rationalität waren gefordert. Zwar hatte der Barock sich schon intensiv den Naturwissenschaften zugewandt. Die Entdeckungen und die Berichte der Missionare führten bereits zu einem umfassenderen Wissen über die Welt. Viele kirchlichen Stifte und Kollegien hatten eine Sternwarte, das Wissen des Menschen wurde jedoch auf Gott bezogen. In der Ordnung des Kosmos erkannte man die Weisheit des Schöpfers. Mit der Aufklärung wurde jedoch nicht mehr Gott als der oberste Bezugspunkt für das menschliche Wissen gesehen, sondern im menschlichen Verstand die Prinzipien sowohl für die Erkenntnis wie auch die Gestaltung der Welt gesucht. Nicht mehr musste sich der menschliche Geist vor dem göttlichen Geist rechtfertigen, sondern Gott und die Aussagen der Bibel müssen sich vor dem Richterstuhl der menschlichen Vernunft ausweisen. Zwar ging die Aufklärung, vor allem in den USA und in Deutschland, davon aus, dass die Verstandeskräfte den Menschen zu Gott führen. Die kategorische Ablehnung der Existenz Gottes wird erst im 19. Jahrhundert von der Generation formuliert, die auf Kant und den deutschen Idealismus folgt, aber die Umkehrung der Denkwege bleibt bis heute prägend.
Der Kirchbau greift im Klassizismus wie schon in der Renaissance auf die Architektur der Antike zurück. Man baut nüchterner, wie die Kirche Sankt Ignatius in Mainz in unmittelbarer Nachbarschaft zu der spätbarocken Augustinerkirche zeigt. Im Berliner Dom und in der Abteikirche von Sankt Blasien wird die Idee der Kuppel über einem quadratischen Grundriss umgesetzt. Es entstehen allerdings nur wenige Kirchen, da die Aufklärung mit einem starken Niedergang des kirchlichen Lebens einherging, dafür jedoch Gerichte, Museen und ab der Mitte des Jahrhunderts Bahnhöfe.
Die Aufklärung mit ihrer Rationalität und Betonung des Verstandes war jedoch nicht die einzige prägende Kraft des 19. Jahrhunderts. Die Romantik hielt den Bezug zur Geschichte aufrecht. In ihrem Gefolge kam es z.B. zur Fertigstellung des Kölner Doms, der als Torso über viele Generationen stehen geblieben war. Die Romantik inspirierte die Neugotik und die Neoromanik

 

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