Gebet ist Beziehung

Text und Fotografie:
Marta Franeková
Musik: Richard Canaky


Bildmeditation
Die einzelnen Bilder nur mit den zugehörigen Bibelzitaten

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Bist du es wirklich ... Gott?
1. Gebet ist Geben und Nehmen
2. Gebet: Eine persönliche Beziehung
3. Gebet: Den Eingang suchen
4. Gebet ist ein Mauerfall
5. Gebet ist Mund und Herz
6. Gebet heißt, das Antlitz Gottes suchen
7. Gebet ist Emotion
8. Gebet ist eine Begegnung mit dem zärtlichen Herz des Vaters
9. Gebet ist, mit Jesus beten
10. Gebet ist Atem
11. Gebet - der Heilige Geist betet in uns
12. Gebet ist Bewegung im Geist


8. Gebet ist eine Begegnung mit dem zärtlichen Herz des Vaters


Als ich klein war, habe ich gedacht: „Mein Vater ist der beste, er hat die stärksten Hände, er weiß über alles Bescheid …“ Aber inzwischen bin ich doch schon erwachsen. Ich sehe: Er ist nicht der Superlativ, er hat viele Fehler wie alle … vieles könnte ich mir an ihm auch besser vorstellen. Er ist z.B. nicht immer zärtlich und oft nicht an mir interessiert.
Und Du Gott, warum sollte ich Dich Vater nennen? Ich habe doch einen Vater hier auf der Erde. Könntest Du nicht einfach nur ein guter Herr sein; Gott, der mich liebt?

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen …

(Epheserbrief 1, 3-5)


Aus Liebe hast Du Dich für mich entschieden? Ja, ich weiß, Du wußtest von mir früher als meine Eltern, das stimmt; deshalb sagst Du wahrscheinlich, dass Du Dich aus Liebe für mich entschieden und mich als Dein Kind angenommen hast. Wenn ich das höre, ich kann es nicht so einfach aufnehmen. Ich kenne Dich nicht, ich weiß nicht, was es bedeutet: Das zärtliche Herz des Vaters?
Ich spüre jedoch, dass ich es brauche, ich brauche die Offenbarung Deiner Liebe, die Offenbarung des Herzen des Vaters. Könnte ich etwas dafür tun, dass Du mich mehr liebst? Oder anders: Könnte ich etwas dagegen tun, dass Du mich liebst? Wahrscheinlich nicht, weil Du mich bis zum Äußerstem geliebt hast, indem Du Deinen eigenen Sohn für mich hingegeben hast … Und Du bist treu, Du kannst nicht vergessen, was Du versprochen hast.

Aus der Ferne ist ihm der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt. Ich baue dich wieder auf, …
(Jeremias 31/3,4)

Du bist ein Vater mit zwei Händen - eine Hand ist mütterlich – Streicheln, Empfangen, die Hand der Emotion. Und die andere ist väterlich – die Hand der Unterstützung und der Aktivität. Deine beiden Hände arbeiten immer zusammen.

Denn so spricht der Herr: Seht her: Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den Reichtum der Völker wie einen rauschenden Bach. Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost.
(Jesaja 66, 12-13)

Der Herr, euer Gott, der euch vorangeht, wird für euch kämpfen, genau so, wie er vor euren Augen in Ägypten auf eurer Seite gekämpft hat. Das Gleiche tat er in der Wüste, du hast es selbst erlebt. Da hat der Herr, dein Gott, dich auf dem ganzen Weg, den ihr gewandert seid, getragen, wie ein Vater seinen Sohn trägt, bis ihr an diesen Ort kamt.
(Deuteronomium 1,30-31)


Bis ich hierher kam, hast Du mich getragen … ich spüre Deine Hände, die mich tragen, auch wenn ich Dich nicht berühren kann. Aber das Wichtigste ist - du berührst mich. Ich kann nicht zu Dir durchdringen, Du bist es, der bis zu mir dringt, der mit seinen Liebenstrahlen mein Inneres erhellt.
Manchmal möchte ich meine Leere durch Eigentum, Annerkennung, Leistung, Look ausfüllen. Es klappt jedoch nicht, ich erreiche etwas, aber es gilt nur für eine kurze Weile.
Kannst Du es machen, leere Lücken in mir mit Deiner Liebe zu erfüllen?
Ich brauche Deine Annerkennung, die Anerkennung vom Vater.

Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müßtet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
(Römerbrief 8, 14-16)

Ich möchte es annehmen - geliebt und vom Vater aufgenommen. Deine Aufnahme, Vater, ist nicht halbherzig, sondern absolut und vollkommen, durch sie kann ich eine neue Identität, eine neue Existenz finden – geliebter Sohn, geliebte Tochter. Das ist für mich Zusicherung, der feste Punkt von dem sich alles abwindet.

 

 

 

Text: Marta Franeková

© Fotos: Marta Franeková
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