Gebet ist Beziehung

Text und Fotografie:
Marta Franeková
Musik: Richard Canaky


Bildmeditation
Die einzelnen Bilder nur mit den zugehörigen Bibelzitaten

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Bist du es wirklich ... Gott?
1. Gebet ist Geben und Nehmen
2. Gebet: Eine persönliche Beziehung
3. Gebet: Den Eingang suchen
4. Gebet ist ein Mauerfall
5. Gebet ist Mund und Herz
6. Gebet heißt, das Antlitz Gottes suchen
7. Gebet ist Emotion
8. Gebet ist eine Begegnung mit dem zärtlichen Herz des Vaters
9. Gebet ist, mit Jesus beten
10. Gebet ist Atem
11. Gebet - der Heilige Geist betet in uns
12. Gebet ist Bewegung im Geist


7. Gebet ist Emotion


Wie hörst du mich? Bist du an alle dem interessiert, was ich erlebe, spüre, fühle...
Muss ich mich speziell anstellen, um Für Dich eine passende Stimmung zu finden?
Ich hatte oft die Vorstellung, für das Gebet müßte ich eine gute Laune mitbringen und meine Emotionen unter Kontrolle bringen. Ich müßte meine Gefühle der „Tätigkeit – Gebet“ anpassen, meinen Zorn, meinen Ärger, meine Niedergeschlagenheit an der Eingangstür zum Gebet ablegen, um diese nach dem Beten wieder dort abzuholen.



Herr, höre mein
Gebet! Mein Schreien dringe zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir! Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu! Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald! Meine Tage sind wie Rauch geschwunden, meine Glieder wie von Feuer verbrannt. Versengt wie Gras und verdorrt ist mein Herz, so daß ich vergessen habe, mein Brot zu essen. Vor lauter Stöhnen und Schreien
bin ich nur noch Haut und Knochen. Ich bin wie eine Dohle in der Wüste, wie eine Eule
in öden Ruinen. Ich liege wach und ich klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. …
Du aber, Herr, du thronst für immer und ewig, dein Name dauert von Geschlecht zu Geschlecht. Du wirst dich erheben, dich über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, ihm gnädig zu sein,
die Stunde ist da.

(Psalm 102, 2-8; 13-14)

Doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren, die nach seiner Güte ausschaun; denn er will sie dem Tod entreißen und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. Unsre Seele hofft auf den Herrn; er ist für uns Schild und Hilfe. Ja, an ihm freut sich unser Herz, wir vertrauen auf seinen heiligen Namen. Laß deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir.

(Psalm 33, 18-22)


Du weißt doch alles über mich … vielleicht mußt Du hin und wieder lachen, wenn Du mein Verhalten siehst. So, wie ich über Kinderlache, wenn sie mit einem Schokoladenmund sagen, dass sie nicht wissen, wo die Schokolade ist. Auch ich kann meine Emotionen von Dir nicht verbergen.
Du hast mich doch nach Deinem Bild geschaffen, daher kennst Du meine Empfindungen und Gefühle, meine Energie und meine ganze Kraft. Ich bin nicht nur ein Mund mit Worten, sondern viel mehr, ein Mensch mit tief verborgenen Gefühlen, manchmal mit für mich überraschenden Emotionen und Empfindungen. Kann ich mit all dem zu Dir kommen?
Wenn ich mich entschieden habe, mit Dir zu sprechen, mit meinem Glauben wie mit meinen Zweifeln, dann gehören auch meine Liebe und mein Hass, mein Glück und mein Zorn, meine Freude und Hoffnungslosigkeit, meine Unsicherheit und mein Mut, mein Neid und meine Großherzigkeit in mein Gebet


Ich liebe den Herrn; denn er hat mein lautes Flehen gehört und sein Ohr mir zugeneigt an dem Tag, als ich zu ihm rief. Mich umfingen die Fesseln des Todes, mich befielen die Ängste der Unterwelt, mich trafen Bedrängnis und Kummer. Da rief ich den Namen des Herrn an: «Ach Herr, rette mein Leben!» Der Herr ist gnädig und gerecht, unser Gott ist barmherzig. …
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, meine Tränen (getrocknet),
meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten...
Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: Ich bin so tief gebeugt. In meiner Bestürzung sagte ich: Die Menschen lügen alle. Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn.

(Psalm 116, 1-5; 8; 10-13)


Ich will Dir meine tiefen Wasser nicht verbergen.
Ich muss aufhören, das was ich unter „Gebet“ verstehe, als ein Ergebnis von Kopfarbeit zu sehen, mit der ich mich darauf konzentriere, etwas aus dem Gehirn auszupressen.
Ja, ich möchte mich mit dir treffen hier und jetzt. Nicht nur mit Worten, sondern mit meinem ganzen Wesen, mit meinem Hunger nach Heil.

Text: Marta Franeková

© Fotos: Marta Franeková
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